Die Bulimie im Detail, was passiert?
Das restriktive Essen führt zuerst zu einer positiven Konsequenz für den Betroffenen. Zur Minderung der Angst, zur Erleichterung. Dadurch wird jedoch der Drang zum Erbrechen verstärkt. Es kann sogar zur Auschüttung suchterzeugender Endorphine kommen, das macht Essstörungen zu einer echten Suchterkrankung!
Zeitgleich befindet sich der Körper in einem Mangelzustand, der leicht zu einer Essattacke führt, besonders, wenn es Probleme mit Mitmenschen gibt oder ein anderer Stressfaktor auf den oder die Betroffene einwirkt. Dann bricht der Vorsatz, nicht zu essen schnell zusammen. Das ist im Prinzip nicht krankhaft, sondern ganz natürlich. Wer Kohldampf hat, der will selbstverständlich essen – so wurde es von Mutter Natur vorhergesehen.
Die Heißhungerattacke hat auch ihre positiven Konsequenzen: Essen ist an sich schon befriedigend; dazu wird Stress abgebaut, es tritt eine Beruhigung und Entspannung ein. Zugleich entsteht aber Angst zuzunehmen. Die Angst ist um so größer, je weniger das Selbstwertgefühl sich auf andere Faktoren stützt als Aussehen und Schlankheit gemäß dem gängigen Modeideal. (Wer neue Quellen des Selbstwertgefühls erschließt, sorgt dafür, dass diese Angst gar nicht erst so groß wird.) Diese Angst wird durch restriktives Essen bzw. Erbrechen wieder abgebaut, und so schließt sich der Teufelskreis.